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Geschichte

"Seit 1897 besteht die rasch aufblühende Schuhwarenfabrik der Firma O. Zahn." So kurz beschreibt Hermann Unger in seiner 1899 erschienen Chronik die Entstehung der Schuhfabrik, die eine sehr wechselvolle Geschichte hatte.

Franz Oskar Zahn (1860 - 1907) war Inhaber des Wohn- und Geschäftshauses Stollberger Str. 11 (heute u.a. Sitz der LOS). Hier betrieb er auch seine Lederhandlung, die im Adreßbuch von 1894 genannt wird. Außerdem verkaufte er Schuhmacher-Bedarfartikel. Zwei Jahre nach Gründung der Schuhfabrik ließ er im hinteren Teil des großen Grundstückes, wo Fabrikgäßchen und Querstraße zusammentreffen, ein großes Fabrikgebäude errichten.

Bereits 1902 wurde gegen die Schuhfabrik ein Konkursverfahren eröffnet. Nach dem Tod von Oskar Zahn zog die Mechanische Schuhfabrik Lugau ein. Inhaber war Edmund Meyer, der schon in Berlin eine Schuhfabrik hatte. Während des ersten Weltkrieges geriet auch seine Firma in Schwierigkeiten. 1922 wird die Schuhfabrik von der Schuhfabrikations- und Vertriebs-Aktien-Gesellschaft "Schuvag" (Lugau und Weißenfels) betrieben. Auch 1927 wird eine Schuhfabrik Lugau AG genannt. Doch spätestens während der Weltwirtschaftskrise kam das endgültig Aus für die Schuhfabrikation in Lugau.

Eine umfangreiche Bauakte aus dem Jahr 1932 beschäftigt sich mit dem Einbau von Wohnungen in das leerstehende Fabrikgebäude. Wenig später verzeichnet das Adreßbuch 16 Personen bzw. Familien in dem Haus am Fabrißgäßchen. Währnd des 2. Weltkrieges hatte die Firma F. Merkel aus Rabenstein, eigentlich eine Handschuhfabrik, in dem Gebäude einen Zweigbetrieb errichtet. Nach dem Krieg war von der "ehemaligen Merkelfabrik" die Rede, in die das Lugauer Arbeitsamt umziehen sollte. Schließlich wurde das Gebäude als Oberschule II genutzt. Nach dem Umzug in die neue Schule an der Sallauminer Straße (1980) zog die Station Junger Techniker aus dem Rittergut Oelsnitz hierher um. 1990 wurde sie als Schülerfreizeitzentrum weitergeführt.

(Text: Wolfgang Frech, Stadtverwaltung Lugau)